Bruttorendite und Nettorendite bei Zinserträgen

Insbesondere in Zeiten, wenn es auf den Geldmärkten turbulent zugeht, legen Sparer ungern ihr Geld in risikoreichen Anlageprodukten an. Dann greifen sie lieber auf das altbewährte Sparbuch oder das Tagesgeldkonto zurück. Denn hier sind ihre Einlagen sicher und nicht den Launen der Börse unterworfen. Viele Banken werben in diesen Zeiten mit Tagesgeldkonten, die relativ hohe Zinsen mit längeren oder kürzeren Laufzeiten versprechen. Häufig ist es noch nicht einmal nötig, bereits Kunde der Bank zu sein. Man hat auch keine Verpflichtung, ein Girokonto anzulegen. Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos ist darüber hinaus in der Regel kostenlos.

Die angegebenen Renditen sind vor Abzug der Steuern

nettorendite-berechnenObwohl die Angebote und die Verzinsung eines solchen Girokontos verlockend erscheinen, sollte man beachten, dass es sich hierbei um Renditen vor Abzug von Steuern und der Inflation handelt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Bruttorendite. Die Bruttorendite sagt jedoch nichts über den eigentlichen Kapitalzuwachs aus. Für den Sparer ist nämlich die Nettorendite viel wichtiger als die Bruttorendite. Die Nettorendite beinhaltet die Rendite nach Abzug der Steuern und mit Berücksichtigung der Inflation. Nur wenn der Sparer die Nettorendite kennt, kann er wirklich einschätzen, wie hoch der Kapitalzuwachs wirklich ist, wenn er sein Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegt.

Wie man die Nettorendite bei Zinsen berechnet

Die Inflation muss immer von der Bank berücksichtigt werden. Die Steuern, die auf die Zinsen zu zahlen sind, richten sich danach, ob ein Freistellungsauftrag abgeschlossen wurde, und dieser bereits voll ausgeschöpft ist. Der Freibetrag oder Sparerpauschbetrag beträgt 801 Euro pro Sparer. Das heißt, die ersten 801 Euro Zinsen, die ein Sparer erhält, sind steuerfrei. Ist der Sparerpauschbetrag noch nicht ausgeschöpft, braucht der Anleger also keine Steuern auf die erhaltenen Zinsen zu bezahlen.

In dem Fall muss nur die Inflation beachtet werden. Ist die Inflation höher als der Zinssatz, den der Anleger erhält, wird der Wert negativ und der Anleger macht Verluste. Die Geldsumme, die der Sparer zur Verfügung hat, wird geringer. Dies hat zur Folge, dass die Kaufkraft sinkt. Ist die Inflation niedriger als die Verzinsung, hat der Sparer mehr Geld zur Verfügung, und die Kaufkraft steigt.

Nutzen Sie den Sparerpauschbetrag!

Wenn der Sparerpauschbetrag bereits ausgeschöpft ist, muss der Anleger 25 Prozent Steuern auf die erhaltenen Zinsen plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag zahlen. Dann ist also nicht nur die Inflation zu beachten sondern auch die Steuern auf die erwirtschafteten Erträge. Selbst wenn die Inflation niedriger als die Verzinsung ist, kann die Kaufkraft bei einer hohen Versteuerung sinken. Wer sein Spargeld anlegen möchte, sollte also nicht nur auf die Verzinsung achten, sondern auch den Sparerpauschbetrag zum bestmöglichen Nutzen einsetzen.