Einlagensicherung bei Tagesgeld in Deutschland

Jeder Sparer möchte natürlich, dass das von ihm bei einer Bank angelegte Geld sicher ist. Das Tagesgeldkonto wie auch das Sparbuch gelten gemeinhin als sicherste Geldanlage überhaupt. Doch wie sicher sind die Einlagen wirlich und wie sieht es aus, wenn man sein Geld zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto im europäischen Ausland anlegt?

Europaweites Sicherungssystem der EU bis 100.000 Euro

 

sicherheit des geldes in der euDie Europäische Union hat mit der europaweiten Einlagensicherung ein gesetzlich geregeltes einheitliches Sicherungssystem geschaffen. Nach der Einlagensicherung gilt, dass das Vermögen eines Sparers bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank europaweit zu 100 Prozent abgesichert ist. Das heißt, auch wer größere Summen Geld in zum Beispiel Frankreich, Österreich oder den Niederlanden anlegt, kann sich auf die gesetzliche Einlagensicherung berufen.

Sollte ein Entschädigungsfall eintreten, so ist das Kreditinstitut verpflichtet, dem Anleger das Vermögen innerhalb von 20 Arbeitstagen auszuzahlen, nachdem die Ansprüche geltend gemacht wurden. Dies gilt für alle EU-Mitgliedsstaaten. Geschützt sind die Spareinlagen, Anlagen und zum Teil auch das Vermögen, das speziell zur Vorsorge zurückgelegt wurde. In Deutschland haben viele Banken noch eigene Sicherungssysteme, die über die EU-weit geregelte Einla-gensicherung hinausgehen.

Die Einlagensicherung in Deutschland – zusätzlicher Schutz für Ihr Geld

Banken, die dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. angeschlossen sind, besitzen so zum Beispiel eine Sicherungsgrenze, die bei 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals der Bank liegt. Allerdings ist in den kommenden Jahren mit einer Senkung dieser Sicherungsgrenze zu rechnen. So sind ab 2015 nur noch 20 Prozent, ab 2020 15 Prozent und ab 2025 8,75 Prozent des haftenden Eigenkapitals geschützt.

Eigene Systeme der Sparkassen und Landesbanken

Die Sparkassen, Landesbanken und Volks- und Raiffeisenbanken gehören nicht der gesetzlichen Einlagensicherung an sondern unterhalten ihre eigenen Einlagensicherungssysteme. Die Sparkassen sind dem Sicherungssystem der Deutschen Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Dieser Haftungsverbund ermöglicht es den Sparkassen, den Kunden die Sicherheit ihres gesamten Vermögens zu garantieren. Die Volks- und Raiffeisenbanken gehören dem Sicherungssystem des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR) an. Die Sicherungseinrichtung des BVR garantiert ebenfalls den Schutz des gesamten Vermögens ihrer Anleger.

Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands e.V. verspricht eine unbegrenzte Vermögenssicherung ab 100.000 Euro. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH und die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschland GmbH schützen jeweils das Vermögen auf Grundlage der EU-weiten Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass das angelegte Vermögen in jedem EU-Mitgliedsstaat bis 100.000 Euro sicher ist. Wenn die Einlagen über die EU-weite Einlagensicherung hinausgehen, sollte man sich jedoch über die Sicherungssysteme in den einzelnen Ländern informieren, denn hier kann es gravierende Unterschiede geben.