Hohe Rendite ohne Risiko – ist das möglich?

erfahrener anleger

Erfahrene Anleger versuchen eine gute Mischung aus Risiko und Ertrag zu finden

Eines der „goldenen“ Gesetze für die Anlagestrategie ist: Je höher die Rendite, umso höher das Risiko. Doch stimmt diese Maxime immer – oder gibt es Möglichkeiten, um hohe Kapitalerträge ohne hohes Risiko zu erzielen? In unserem Themen-Ratgeber nehmen wir verschiedene Anlagestrategien genauer unter die Lupe.

Laut Experten ist die Neigung, Risiken einzugehen, auch an zwei demografische Faktoren geknüpft: zum einen an das Alter – ältere Menschen sind weniger risikobereit – zum anderen an das Geschlecht. Männer gehen bei Geldanlagen tendenziell höhere Risiken ein. Die Herren der Schöpfung investieren stärker in Aktien, Rohstoffe und Fonds, während Frauen eher auf Tages- und Festgeldkonten setzen, um ihre Finanzen aufzubessern.

Welche Geldanlage ideal ist, hängt jedoch nicht nur vom eigenen Risikobewusstsein ab, sondern auch davon, wie viel Kapital für welche Zeit zur Verfügung steht. Egal ob sie nur 5.000 Euro anlegen wollen, oder es um eine Million geht – wichtig ist welches Risiko Sie eingehen wollen und können.

Tagesgeld – tägliche Verfügbarkeit und fast kein Risiko

Auch risikolose Anlagen, wie z.B. das Tagesgeld, können gewinnbringend sein. Ideal ist diese Anlageform für alle, die ihr Geld liquide, also jederzeit verfügbar, haben möchten. Das Tagesgeldkonto bietet variable Zinsen, die am EURIBOR und somit an der gesamten Wirtschaftslage inklusive der Europäischen Leitzinsen ausgerichtet sind. Dass der EZB-Zinssatz derzeit auf einem historischen Tiefstand von nur 0,25 % p.a. liegt, trägt aktuell nicht zu einem starken Zinssatz bei – sobald sich die europäische Wirtschaft erholt, wird sich dies allerdings wieder ändern. Laut Nachrichten von Experten wird spätestens für das letzte Quartal 2014 eine Zinserhöhung erwartet.

Neben dem größten Vorteil der täglichen Verfügbarkeit liegen die Pluspunkte des Tagesgeldes darin, dass keine Gebühren bezahlt werden müssen. Kontoeröffnung und Kontoführung sind kostenlos. Das Tagesgeld wird ganz einfach per Home-Banking von zuhause aus verwaltet. Zu den Stärken gehört auch die Frequenz der Zinsausschüttung: Einige Anbieter schütten die Sparzinsen monatlich aus, so dass sich ein durchaus ansehnlicher Zinseszinseffekt auf die Rendite niederschlagen kann. Die einzelnen Konditionen der Anbieter finden sich auf der jeweiligen Startseite der Bank.

Die Vorteile im Überblick:

  • Tägliche Verfügbarkeit
  • Keine Gebühren und Kosten
  • Attraktive Zinssätze
  • z.T. monatliche Zinsausschüttung (Zinseszinseffekt)
  • Fast kein Risiko (Europäische Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde)

Festgeld – fixer Zinssatz für diverse Laufzeiten

Zweifelsohne gehört das Festgeld ebenfalls zu den beliebtesten Anlageformen. Das Prinzip ist einfach: Das Kapital wird für einen bestimmten vereinbarten Zeitraum zu einem bestimmten, vereinbarten Zinssatz verzinst. Die Laufzeiten können dabei individuell gewählt werden, meist liegen sie zwischen 6 und 60 Monaten. Je länger die Laufzeit, umso höher der Zinsertrag.

Das Festgeldkonto fällt wie das Tagesgeldkonto unter die Europäische Einlagensicherung und ist damit bis zu einem maximalen Betrag von 100.000 Euro abgesichert. Sparer gehen damit so gut wie kein Risiko ein. Allerdings sollte man das Festgeldkonto nicht vor Ende der vereinbarten Laufzeit auflösen – denn dann wird die Rendite durch „Strafgebühren“ aufgefressen. Wer jedoch Anlagebeträge zwischen 1.000 und 50.000 Euro für Monate oder Jahre sicherlich entbehren kann, trifft mit dem Festgeldkonto eine gute Wahl und kann, sofern der passende Anbieter ausgewählt wird, eine ansehnliche Rendite einstreichen. Derzeit liegen die Renditen für Laufzeiten um fünf Jahre zwischen 2,00 und 3,00 % p.a.

Die Vorteile im Überblick:

  • Festgelegte Laufzeiten und fixer Zinssatz (=Planungssicherheit)
  • Fast kein Risiko (Europäische Einlagensicherung bis 100.000 Euro)
  • Attraktive Verzinsung
  • Keine Gebühren und Kosten
  • Praktische Übersicht per Home-Banking

Breit gestreute Fonds – hohe Rendite bei mittlerem Risiko

fondsmanager

Fonds werden von Managern aktiv verwaltet

Wer einen durchschnittlichen Anlagebetrag zwischen 10.000 und 20.000 Euro innerhalb von mehreren Jahren investieren möchte, findet in Fonds ein attraktives Anlage-Instrument. Sinnvoll sind breit aufgestellte Fonds, die den Kurs von großen Aktienindizes, wie z.B. dem „Euro Stoxx 50“, wiedergeben. Der „Euro Stoxx 50“ beinhaltet Wertpapiere der 50 größten Konzerne Europas, so zum Beispiel von Allianz Versicherung, von Unilever oder L’Oréal. Die breite Streuung federt Verluste in einer Branche durch Gewinne in einer anderen wieder ab. Bei Investitionen in einzelne Aktien wird es kritisch – hier muss eine solide Finanzberatung die individuellen Chancen genau abwägen. Zu den großen Pluspunkten von breit gestreuten Fonds gehört die Liquidität – sie können börsentäglich in Bankguthaben umgewandelt werden und sind, im Vergleich zu anderen Anlageformen, transparent und flexibel.

Die Vorteile im Überblick:

  • Attraktive Rendite
  • Risikostreuung durch Diversifikation
  • Börsentägliche Umwandlung in Bankguthaben
  • Flexibel und transparent

Die besten Anlagetipps – von Warren Buffet

Warren Buffet ist einer der bekanntesten Investoren unserer Zeit – sein Vermögen machte der Amerikaner an der Börse. 2014 veröffentlichte Buffet einen Brief voller Anleger-Ratschläge. Buffet empfiehlt, auf die amerikanische Wirtschaft zu setzen, seine eigenen Grenzen zu kennen, auf Produktivität zu achten und sich nicht von Spekulationen auf das Glatteis führen zu lassen. „Die Tatsache“, so Buffet, „dass ein Wertobjekt in der Vergangenheit zugelegt hat, ist niemals ein Grund, um es zu kaufen.“. Außerdem meint Buffet, sollte man sich nicht „von den Konjunkturvorhersagen anderer“ beeinflussen lassen.

Weitere „Buffet-Tipps“:

  1. Mutig sein
    Während turbulenter Zeiten gäbe es zahlreiche gute Kaufgelegenheiten, von Abstürzen und Schwankungen, beispielsweise des DAX, sollen sich Anleger nicht schrecken lassen.
  2. Geduld haben
    Sich nicht von den Launen und dem irrationalen Verhalten anderer Investoren anstecken lassen – es sei nicht wichtig, auf Experten zu hören.
  3. Breit streuen
    Buffet empfiehlt, auf die Gesamtheit zu setzen, beispielsweise auf den günstigen S&P-500 Indexfons. Halten Kleinanleger die Kosten gering, heimsen sie Erfolg bei geringem Risiko ein.
  4. Reserven haben
    Stets liquide bleiben und sich niemals kurzfristig nennenswert verschulden ist ein weiterer Tipp des Börsenmoguls.

Wichtige Fragen für die Anlageentscheidung

risiko oder sicherheit

Ihr Alter und Ihre Liquidität sind wichtige Faktoren bei der Anlageentscheidung

Alter: Ein 30-Jähriger kann durchaus in den Aktienmarkt investieren, schließlich hat er genug Zeit, um Verluste auszusitzen. Ein 70-Jähriger könnte mit einer Aktie hingegen herbe Verluste einfahren.

Persönliche Präferenzen: Was ist mir wichtiger – komplette Sicherheit oder ein hoher Ertrag? Fragen Sie sich, mit welchem Verlust Sie leben können. Dieser Anteil darf auch riskant investiert werden.

Liquidität: Sparer sollten im Idealfall sechs Netto-Monatsgehälter auf der „hohen Kante“ haben, um Engpässe, wie z.B. ein Schadensfall am Auto,  ausgleichen zu können. Dafür ist ein gut verzinstes Tagesgeldkonto ideal.