Steuerliche Aspekte bei der Anlage in Tagesgeld

Das Tagesgeldkonto ist eine gute Möglichkeit, Zinsen für das angelegte Geld zu bekommen und die Einlagen gleichzeitig immer zur Verfügung zu haben. Die Zinsen sind bei einem Tagesgeldkonto in der Regel höher als bei einem Sparbuch aber niedriger als bei einer Festgeldanlage. Dafür ist das angelegte Geld zu jeder Zeit abbuchbar oder man kann zusätzlich Beträge einzahlen. Je nachdem welche Verzinsung bei einem Tagesgeldkonto vereinbart ist-monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder ganzjährlich-profitiert man darüber hinaus von den Zinseszinsen.

Abgeltungssteuer auf Tagesgeld-Erträge

Allerdings ist beim Tagesgeld wie auch bei allen anderen Kapitalanlagen zu beachten, dass sie steuerlichen Aspekten unterworfen sind. Insbesondere dann, wenn es sich bei der Geldanlage um größere Summen handelt, kann dies zu hohen steuerlichen Abgaben führen. Bis zum Jahr 2008 musste der Sparer eine Zinsertragssteuer zahlen, die pauschal 30 Prozent der erhaltenen Zinsen auf das Tagesgeldkonto betrug. Dieser Betrag wurde direkt an das Finanzamt abgeführt. Im Rahmen der Einkommenssteuererklärung bekam man zu viel gezahltes Geld zurück oder musste nachzahlen. Seit 2009 hat sich die Versteuerung der Zinsen geändert. Heute gilt die sogenannte Abgeltungssteuer.

Steuerliche Auswirkungen der Abgeltungssteuer

Seit der Einführung der Abgeltungssteuer müssen alle Zinserträge oberhalb des Sparerpauschbetrags mit 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer versteuert werden. Diese Steuer führt die Bank direkt an das Finanzamt ab. Um steuerliche Vorteile zu erlangen, ist es möglich bei der Bank einen Freistellungsauftrag zu stellen. Dann sind die ersten 801,00 Euro Zinsen für Alleinstehende und 1.602,00 Euro Zinsen für Verheiratete steuerfrei.

Alle Zinsen, die oberhalb dieses sogenannten Sparerpauschbetrags liegen, müssen über die Abgeltungssteuer versteuert werden. Kleinsparer mit niedrigen Zinsen unterhalb des Sparerpauschbetrags sind also von der Abgeltungssteuer ausgeschlossen. Der Freistellungsauftrag kann bei einer Bank oder, wenn man bei verschiedenen Banken Konten führt, auch bei mehreren Banken gestellt werden. Allerdings muss man dann den Sparerpauschbetrag auf mehrere Banken verteilen. Das heißt, der Höchstsatz von 801,00 Euro bzw. 1602,00 Euro darf nicht überschritten werden.

Für den Freistellungsauftrag wird die Steueridentifkationsnummer benötigt

Seit 2011 sind Sparer verpflichtet, beim Freistellungsauftrag die Steueridentifkationsnummer anzugeben. Damit ist es dem Finanzamt möglich, festzustellen, ob der Sparerpauschbetrag willentlich oder unwillentlich überschritten wurde. Der Freistellungsauftrag behält in der Regel für fünf Jahre seine Gültigkeit. Wenn die Bank die Erlaubnis hat, die Steueridentifkationsnummer des Sparers abzufragen, bleibt der Freistellungsauftrag auch über die fünf Jahre hinaus bestehen. Ansonsten muss er nach Ablauf der Frist erneut gestellt werden.

Antrag auf Nichtveranlagungsbescheinigung

 

Wer ein niedriges Einkommen hat oder gar nichts verdient, kann bei der Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Dann sind auch die Zinsen steuerfrei, die über dem Freibetrag liegen. Es gibt noch andere Möglichkeiten die Abgeltungssteuer zu umgehen. Dies ist zum Beispiel dann möglich, wenn man die Geldanlage mit der Aufnahme eines Kredites verbindet.