Wie sicher ist Tagesgeld? Wir haben die Antwort!

Seit einigen Jahren ist die Anlageform Tagesgeld aufgrund der attraktiven Zinsen, der einfachen Verwaltung per Online-Banking und der ständigen Verfügbarkeit des Anlagebetrages in aller Munde. Doch wie sicher ist das Anlagekonto, das Flexibilität und Rendite eint, eigentlich?

Können sich Anleger darauf verlassen, im Falle einer Insolvenz ihr Erspartes zurückzuerhalten? Wie hoch sollte der Anlagebetrag sein, den man auf einem Tagesgeldkonto parkt? Unser Ratgeber beantwortet alle diese Fragen – und präsentiert Tipps und Tricks zum richtigen Umgang mit der Geldanlage.

Wie sicher ist Tagesgeld?

tagesgeld sicherheitDie Anlageform Tagesgeld ist sehr sicher. Das Sicherungssystem, das Kunden vor einem Verlust schützt, basiert auf einer doppelten Absicherung: Zum einen wird das Tagesgeld der Kunden EU-weit durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Zum anderen sind etliche Kreditinstitute noch zusätzlich in einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds vertreten, der Beträge noch höher absichert, als dies durch die gesetzliche Einlagensicherung geschieht. Dies gilt auch für die dem Tagesgeld ähnliche Anlageform, dem Festgeld.

Was ist die gesetzliche Einlagensicherung?

Ist eine Bank nicht in der Lage, die Einlagen seiner Kunden zurückzuzahlen, sichert die Einlagensicherung die Rückzahlungsansprüche der Kunden ab.
Die europäischen Länder haben ein gemeinsames Gesetz zur Einlagensicherung in der gesamten EU verabschiedet. Die EG Richtlinie 97/9/EG schreibt die Mindestanforderungen bezüglich der Einlagensicherung vor. In Deutschland wurde das Gesetz im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz festgeschrieben.

Seit der Einführung der Sicherung wurde der Sicherungsbetrag stufenweise erhöht: Seit Dezember 2010 sind 100 % der Tagesgeldeinlagen mit maximal 100.000 Euro pro Kunde abgesichert. Das bedeutet: Muss Ihre Bank, bei der Sie Ihr Tagesgeldkonto eröffnet haben, Insolvenz anmelden, erhalten Sie durch die gesetzliche Einlagensicherung Ihr gesamtes Erspartes bis zu einer maximalen Grenze von 100.000 Euro zurück. Dies gilt für alle europäischen Anbieter von Tagesgeld. (Quelle: http://www.bafin.de– Stand 06/2013)

Welche Einlagen sind durch die Einlagensicherung abgedeckt?

bankensicherheitDie Einlagensicherung schützt Kundeneinlagen und Kundenforderungen aus Wertpapiergeschäften. Als Kundeneinlagen gelten Kontoguthaben – also Geld auf Giroeinlagen, Sparguthaben, Tagesgeldkonten, Termingelder – und Forderungen, die von der Bank durch die Ausstellung einer Urkunde verbrieft wurden. Ausgenommen sind allerdings

Orderschuldverschreibungen, Genussrechtsverbindlichkeiten oder Verbindlichkeiten aus eigenen Wechseln. Unter Kundenforderungen aus Wertpapiergeschäften werden beispielsweise Dividenden, Ausschüttungen oder Verkaufserlöse verstanden.

Greift die gesetzliche Einlagensicherung bei allen deutschen Banken?

Ja – allerdings nur bei jenen deutschen Banken, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Kreditinstitute, die in Deutschland über deutsche Niederlassungen Geschäfte betreiben, deren Hauptsitz allerdings außerhalb Deutschlands und der EU liegt, unterliegen nicht der deutschen Einlagensicherung. Achten Sie deshalb stets darauf, dass der Hauptsitz Ihrer Bank in Deutschland oder zumindest in einem EU-Land liegt. Die Höhe der Einlagensicherung im Nicht-EU-Ausland ist oftmals sehr gering.

Meine Bank, bei der ich mein Tagesgeldkonto eröffnet hatte, muss Insolvenz anmelden. Innerhalb welcher Zeit erhalte ich meine Einlagen zurück?
In Deutschland ist die Frist für die Auszahlung der Beträge auf höchstens 30 Tage begrenzt. Anleger erhalten also innerhalb eines Monats ihre einbezahlten Anlagebeträge zurück.

Was ist die freiwillige Einlagensicherung?

Einige Banken sind zusätzlich zur gesetzlichen auch in der freiwilligen Einlagensicherung vertreten. In Deutschland ist dies der Einlagensicherungsfonds der verschiedenen Bankenverbände, der diese freiwillige Einlagensicherung organisiert. Ist eine Bank dort vertreten, wird ein Kunde weit über die gesetzlichen Maßnahmen hinaus geschützt.

Das bedeutet: Tritt ein Insolvenzfall ein, greift zuerst die gesetzliche Sicherung bis zu 100.000 Euro. Anschließend, also bei Anlagebeträgen, die über diese Summe hinausgehen, wird die freiwillige Einlagensicherung wirksam: Sie schützen die Einlagen der Kunden bis in die Millionenhöhe.

Wie ist die Einlagensicherung in Deutschland organisiert?

Die Einlagensicherung in Deutschland wird von der Finanzdienstleistungsaufsicht kontrolliert. Die Banken müssen Eigenkapitalvorschriften einhalten, um das Ausfallrisiko niedrig zu halten. Generell basiert die Einlagensicherung in Deutschland auf drei Säulen:

Der bereits erwähnten gesetzlichen und freiwilligen Einlagensicherungssysteme. Letztere, der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands e.V. und der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken, schützen Kunden über die gesetzlichen Mindestvorgaben hinaus. Zudem existieren noch sog. verbundinterne Sicherungssysteme; hierbei haben sich verschiedene Banken zusammengeschlossen, um Mitgliedsunternehmen zu schützen. Ein verbundinternes Sicherheitssystem ist beispielsweise die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie der Haftungsverbund der Sparkassen Finanzgruppe.

Wie sicher sind Tagesgeldkonten bei Banken der EU – aber außerhalb Deutschlands, z.B. in den Niederlanden?

eu-einlagensicherungDie gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro wird in allen EU-Staaten gewährt – in der jeweiligen Landeswährung. Folgende Staaten haben die EG-Richtlinie und den geschützten Anteil von 100 % von 100.000 als Höchstbetrag der Entschädigung umgesetzt: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern. Somit erhalten Anleger von Tagesgeldkonten bei Banken mit Hauptsitzen in den aufgezählten Ländern garantiert bis zu 100.000 Euro ihrer Sparanlagen zurück. Tagesgeldkonten bei Banken aller EU-Länder  sind also sicher.

Wie sicher ist ein Tagesgeldkonto?  – Viele Tagesgeldanbieter vertrauen auf das sogenannte TAN-Verfahren, bei dem Sie bei jeder Transaktion eine nur einmal gültige Geheimnummer eingeben müssen, um Ihre Identität zu bestätigen und so die Sicherheit zu erhöhen. Weiterentwicklungen sind das eTAN und das mTAN Verfahren. Den eTAN erhalten sie von einem kleinen Gerät, dass in kurzen Abständen die Geheimnummer auf einem Display anzeigt. Beim mTAN wird Ihnen der TAN auf ein vorher definiertes Mobiltelefon per SMS geschickt. Diese TANs sind dann ebenfalls nur für sehr kurze Zeit gültig, um Missbrauch zu verhindern. (Quelle: http://www.tagesgeldrechner.net/ratgeber/wie-sicher-sind-tagesgeldkonten/)

Wie sicher sind Tagesgeldkonten bei Banken außerhalb der EU?

Die Sicherungssysteme außerhalb der Europäischen Union sind äußerst unterschiedlich – je nach nationaler Rechtsordnung. Die gesetzliche Einlagensicherung einiger Länder außerhalb der EU:

  • Norwegen: 2 Millionen norwegische Kronen (ca. 270.000 Euro)
  • Schweiz: 100.000 CHF (ca. 82.000 Euro)
  • Island: 20.900 Euro
  • Kanada: 100.000 CAD (68.000 Euro)
  • USA: 250.000 USD (195.000 Euro)
  • Russland: 700.000 RUB (ca. 17.000 Euro)
  • Japan: 10 Millionen JPY (ca. 82.000 Euro)

tagesgeldDass die Finanzkrise und EU-Schuldenkrise der vergangenen Jahre auf die Maximalgrenze der Einlagensicherung Einfluss hatte, zeigte sich nicht nur in Europa, sondern auch in den USA: Die Anleger waren durch den Glass-Steagall-Act mit bis zu 100.000 US-Dollar geschützt. Als die Finanzkrise im Jahr 2007 einsetzte, wurden der Betrag und die Einlagensicherung dauerhaft auf 250.000 US-Dollar erhöht.

Eröffnet ein Kunde ein Tagesgeldkonto außerhalb der EU, ist ein Vergleich der Sicherungssysteme und Anbieter empfehlenswert. Per Internet können Kunden mit Banken weltweit in Kontakt treten.
(mehr auf: http://www.test.de/Tagesgeld-Sicher-und-flexibel-4423602-0/)

Wann ist die Einlagensicherung entstanden?

Die Einlagensicherung ist ein Instrument, um das Risiko, dass Banken Einlagen nicht zurückzahlen können, möglichst gering zu halten. Einst war es nicht das Gesetz, das Schutz vor dem Ausfall der eigenen Sparanlagen versprach, sondern ein möglichst guter Ruf der Bank und ein vertrauensvoller Bankier, der seine Geschäfte mit Umsicht tätigte. Die ersten Fonds, um sich im Falle eines Ausfalls gegenseitig zu stützen, entstanden in Deutschland in den späten 30er-Jahren. 1937 wurde der „Kreditgenossenschaftliche Garantiefonds“ des deutschen Genossenschaftsverbundes gegründet, 1966 entstand die erste bundesweite Sicherungseinrichtung der privaten Banken.

1974 ging die Herstatt-Bank spektakulär Pleite und viele Anleger verloren ihr Erspartes. Nach dem  Konkurs wurden die Sicherungssysteme erweitert. Allerdings gab es noch immer keine gesetzliche Pflicht, diesen Systemen beizutreten. Zehn Jahre später sprach die EU-Kommission an Banken eine Empfehlung zur Teilnahme am Sicherungssystem aus; das Wissen um die Problematik fehlender Sicherungssysteme veranlasste die EU-Kommission 1997 die Empfehlung in eine Richtlinie umzuwandeln.  1997 wurde also die erste gesetzliche Einlagensicherung festgelegt.

Welche Bank soll ich wählen, wenn ich auf meinem Tagesgeldkonto über 100.000 Euro anlegen möchte?

vergleichen-der-konditionenWer auf seinem Tagesgeldkonto viel Geld, also mehr als 100.000 Euro parken möchte, sollte ein Kreditinstitut wählen, das neben der gesetzlichen auch eine freiwillige Einlagensicherung garantiert. Die Einlagensicherung sollte so hoch sein, dass sie den Anlagebetrag abdeckt. Die Sparkassen, Raiffeisenkassen und Volksbanken sind beispielsweise in zusätzlichen freiwilligen Einlagensicherungsfonds vertreten. (Quelle: http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/sparen-wie-sicher-das-tagesgeld-ist/6854608.html)

Wie ist ein Gemeinschaftskonto abgesichert?

Verschiedene Kontoarten können auch als Gemeinschaftskonto eröffnet werden – so auch das Tagesgeldkonto. Beim Gemeinschaftskonto hat jeder Kontoinhaber einen separaten Anspruch auf Entschädigung. Ein Tagesgeldkonto, das gemeinsam von Ehepartnern bzw. von zwei Kontoinhabern geführt wird, ist somit mit 200.000 Euro abgesichert, wenn von den Kunden bei derselben Bank keine weiteren Einlagen gehalten werden.

Kann ich mit meinem Tagesgeldkonto Kursverluste erleiden? Und gibt es sonst noch Risiken?

Mit dem Tagesgeldkonto sind keine Kursverluste möglich. Die Guthaben auf dem Tagesgeldkonto werden verzinst, dabei ist die Verzinsung variabel – sie kann also von der Bank nach oben oder unten korrigiert werden. Unabhängig von den Ereignissen an der Börse wird das Guthaben auf dem Tagesgeldkonto immer verzinst – Verluste sind also keine möglich. Das größte Risiko des Tagesgeldes ist, dass die Zinsen unterhalb der Inflation liegen können – und der Kunde deshalb mit seinen Zinsgewinnen die Inflation nicht ausgleichen kann.

Was passiert genau, wenn eine Bank Insolvenz anmelden muss?

Steht der Entschädigungsfall fest und die Bank ist nicht mehr in der Lage, die Einlagen der Kunden zurückzuzahlen, tritt die zuständige Entschädigungseinrichtung mit allen betroffenen Kunden in Kontakt. Der Datenschutz wird kurzzeitig aufgehoben. Anschließend können die Kunden ihre Entschädigungsansprüche innerhalb eines Jahres anmelden. Die Entschädigungseinrichtung stellt anschließend fest, in welcher Höhe der Kunde Ansprüche geltend machen kann. Sie ist auch für die anschließende Auszahlung der Gelder zuständig.

Wie finde ich das passende Tagesgeldkonto?

online-informierenIm Netz gibt es inzwischen eine Reihe von Webseiten, die Vergleiche von Tagesgeldkonten ermöglichen. Einfach die Anlagesumme eingeben und schon wird dem Nutzer eine Liste mit den aktuell attraktivsten Tagesgeldkonten präsentiert. Neben der Höhe der Zinsen erhält der Nutzer auch Informationen zur jeweiligen Einlagensicherung des Institutes. Fragen Sie auch Ihre Bank, bei der Sie Ihr Girokonto unterhalten, um evtl. Informationen zu einem Tagesgeldkonto.

Direktbanken bieten Kunden die Möglichkeit, Tagesgeldkonten ganz unkompliziert und rasch per Internet bzw. Post-Ident-Verfahren zu eröffnen. Einfach die geforderten Unterlagen per E-Mail an das Kreditinstitut schicken und anschließend ein Autorisierungsverfahren in einer Filiale der deutschen Bank durchführen; innerhalb weniger Tage ist das neue Tagesgeldkonto eröffnet. Direktbanken, also Kredite, die ausschließlich im Netz operieren, bieten übrigens deutlich höhere Zinsen als Universalbanken. Da sie denselben bankenaufsichtsrechtlichen Bestimmungen unterliegen wie Universal- bzw. Filialbanken, entstehen den Kunden damit keine Nachteile.